daria-thailand - @ myblog.de
2. Pick(ing)-Up

Strömender Regen, ein alter, rostiger Pick-Up rast über die Autobahn, der wütende Wind peitsch über die Gesichter der Insaßen... Nein, es handelt sich dabei nicht um etwa die Szene aus einem Hollywood-Actionfilm, sondern lediglich um die Anreise zu unserem eigentlichen Projektort.

Bereits nach wenigen Stunden in Chiang Mai und den ersten nützlichen Einkäufen, stand unsere Gruppe wieder reisebereit vor dem Hostel und wartete auf den verabredeten Transport zur School for Life.  Wie bestellt und nicht abgeholt, sagt man dazu im fernen Deutschland. Unsere Abholer kamen nämlich mit vollen zwei Stunden Verspätung, was wohl der erste Vorgeschmack auf das Thai-Zeitverständnis sein sollte. Schnell wurde klar, wie die Fahrt von Statten gehen wird: zwei Pick-Ups mit je zwei „Innensitzen“, je einer offener Ladefläche und 12 Fahrgäste. So verteilten wir uns auf den Ladeflächen und suchten uns höchstgemütliche Sitzgelegenheiten. Ein Paar hatten das Glück auf Klopapierpackungen sitzen zu können. Ich hatte es weniger komfortabel erwischt – in Plastik eingepackte Wasserflaschen durften meinem Hintern als Polster dienen.

Anstrengend? Schmerzhaft? Gefährlich? Das war es nicht. Zumindest nicht so gefährlich, schmerzhaft und anstrengend wie es später wurde. Denn von einer Minute auf die andere fing es wie aus dem Eimer an zu schütten. Der Monsun höchstpersönlich erwies uns die Ehre. Eine Stunde lang fuhren wir also auf einer offenen Ladefläche, bei einem furchtbaren Unwetter mit 100km/h über die Autobahn. Schon nach wenigen Minuten lief die Ladefläche halbvoll und die Flaschen unter mir fingen an hin und her zu rutschen. Zitternd, frierend und nass bis auf die Knochen (ich zudem, mit einem kunstvollen Abdruck auf dem Hintern) kamen wir dennoch heil an den Toren der Schule an.

In tiefster Dunkelheit bezog ich mein Moskitonetz-Zimmer, das ich mir mit drei anderen teilte und fiel nach all den Abenteuern in tiefsten Schlaf. Doch schon am nächsten Tag gab es ein Wiedersehen mit unserem altmodischen Transportmittel. Der Anlass war allerdings erfreulicher: In Thailand war Muttertag bzw. der Geburtstag der Königin.

So fuhren wir in ein Nachbardorf, um dort schon unerwartet früh ein bisschen Thai-Kultur zu schnuppern. Es gab Musik, Gesang, Kerzen, Blumen, ein übergroßes Portrait der – noch jungen – Königin und Lampinions mit Kerzen darin. Angezündet und in die Luft gelassen, sollen sie einem wohl einen Wunsch erfüllen. Hunderte von diesen leuchtenden Lampen schwebten an diesem Abend über den dunklen Himmel. Was sich die Menschen wohl gewünscht haben?

26.6.11 23:28
 


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