daria-thailand - @ myblog.de
3. School for Life

Von einem Deutschen gegründet, stellt die School for Life eine Mischung aus Waisenheim, Schule und Ausbildung dar. Die Kinder leben hier, gehen zur Schule und werden im Hotelwesen ausgebildet. Was wir hier machen? Im Moment buddeln wir fleißig in der Erde.

Vor einigen Tagen angekommen, fing the German Group auch direkt mit der Arbeit an: einen Weg zu entpflastern, um daraus anschließend einen Platz zu bepflastern. Als Belohnung für diese unglaublich sinnvolle Tätigkeit gibt es für uns jeden Abend ein leckeres Essen in den Familien, während tagsüber in der „Kantine“ gespeist wird. Dort standen inzwischen auf der Karte solche Highlights wie Glibber-Tofu-Glasnudel-Pampe, Eier in Zimtsoße, Fischköpfe und – absolut einmalig – gedünstete Hühnerfüße. Da freut man sich auf den Besuch bei den Families jeden Tag umso mehr.

Ein kleiner Exkurs in das Familiensystem der School for Life:

D.N. Family: Gleich am Anfang rechts (bekannte Kinder: Senmi).

Unairak-Family: Das lange Haus gleich links (bekannte Kinder: Et, Mimi).

Or-Family: Die große Familie mit den meisten Kindern. Immer laut, viel los und einfach so kommt man nach dem Essen nicht davon  (bekannte Kinder: Ah & Oh).

Suxan-Family: Die Friseurfamilie, ganz unten. Viele Moskitos, dicke Mama und immer Nachtisch.

Imun-Family: Das alte Restaurant, die kleinste Familie. Immer leer und etwas ungemütlich.

Der Alltag in der Schule sieht also immer gleich aus: Um 5:30 fangen die Kinder an, neben unserer Bleibe Fußball zu spielen. Damit man dann aber nicht nochmal in Tiefschlaf versinkt, läutet eine halbe Stunde später der Morgengong. Nach dem Frühstück um 8:00 erfolgt das Morgenritual: Flagge hissen, ein buddhistisches und ein christliches Gebet, die School for Life-Hymne und danach die Morgenmeditation. Die Kiddies sollen ja schließlich zum Unterricht, der dann erst um 16:00 endet. Gerade rechtzeitig zur Öffnung des schuleigenen Kiosk. Wobei die Zeit, wenn die kleine Bude ihre Türen öffnet hier ganz thai-like variiert. Nach dem Abendessen um 18:00, werden bei uns die Essenserfahrungen ausgetauscht und anschließend um 22 Uhr ist auch für uns Nachtruhe.

Aufregend und abwechslungsreich wird es in der Schule wenn hoher Besuch ansteht: der Papa. Der Begründer der School for Life beehrt das Projekt rund um das Jahr immer wieder mit seiner Anwesenheit.  Dabei residiert er natürlich im größten, schönsten und luxuriösesten Bungalow der Schule. Selbstverständlich war the German Group dort eingeladen, um das Ganze von Innen bewundern und einen kleinen Klatsch mit dem Herren des Hauses abhalten zu können.

Diesmal kam der Papa sogar in prominenter Begleitung. Mit einer deutschen Schauspielerin, deren Name hier nicht gennant werden soll, um einersteits ihre persönlichen Rechte zu wahren und weil andererseits eh keine Sau sie kennt. Die Dame reiste mit ordentlich Gepäck und Personal an und verschloss sich erstmal in ihrem Bungalow. Erst zur Feier, die zu ihrer Ehren von der Schule veranstaltet wurde, bekamen wir sie zu Augen. Komplett abgeschottet und distanziert saß sie mit ihrer crew in einer Ecke. Erst als Papa eine Rede – übrigens in bestem native-speaker-english – hielt, blickte sie wieder auf, verzog sich aber genauso schnell wieder auf ihr Zimmer.

Am nächsten Morgen wurden dann ein Paar Fotos mit den Kindern geschossen und fröhlich mit den Lehrern Hände geschüttelt. Bei ihrer Ankunft in Deutschland heißt es dann wahrscheinlich „ehrenamtlich engagiert“, „Hilfe für bedürftige Waisenkinder geleistet“ und „soooviel erlebt und mitgefühlt“. Ihr PR-Manager wird sich bestimmt freuen. Und wir... tja, wir gehen mal weiter an die Arbeit und machen uns auch mal dreckig.

Zitat des Tages: „But how can they stay, if they are downstairs?!“

 

5.7.11 22:47
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de


Gästebuch

Startseite

Kontakt